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Briefkastengeschichten

Manchmal fallen mir ja Geschichten ein, vielmehr Erinnerungen, an die ich lange nicht gedacht habe. Nach meiner Ausbildung bei der Post im örtlichen Kaff, wurde ich wie all die Azubis damals, nach Frankfurt versetzt. Da war der Bedarf an Zustellern wohl größer.

Es hieß also sehr früh aufstehen, um den Zug aus Warszawa um 4.30 Uhr zu erwischen. Leider gab es keine Alternative zu diesem Zug. Wenn man einstieg empfing einen der Geruch von Urin und Erbrochenem. Einige Abteile waren Schlafabteile, andere wiederum Abteile mit 6 Sitzen. Natürlich wurden immer die Vorhänge zugezogen, nicht das jemand kommt und die eine Person, die dort saß, mit seiner Anwesenheit belästigt.

Ich hatte fast immer einen Sitzplatz. Manchmal stand ich lieber, weil es oft auch in dem Abteil merkwürdig roch. Aber anderthalb Stunden stehen ist halt auch nicht das Wahre. Erst recht nicht, wenn man völlig übermüdet ist.

In Frankfurt arbeiten alle erst mal als Springer. Das heißt man bekommt keinen festen Bezirk, sondern springt da ein, wo ein anderer Zusteller ausgefallen ist. Sei es durch Krankheit, Urlaub oder wtf ich kündige. Wenn man Glück hatte, konnte man mehrere Tage in einem Bezirk zustellen, wenn man Pech hatte, nur einen Einzigen Tag. Heute Nordend, morgen Innenstadt und übermorgen, ach was weiß ich.

Gestresst hat mich diese Ungewissheit schon. Jeden morgen erst mal nachfragen, welchen Bezirk man heute hat.

Viele meiner Azubi-Kollegen haben damals gekündigt. Die eine nach 2 Tagen, die andere nach 1ner Woche. Man muss wohl geboren sein, für das Ungewisse, Action und die Großstadt.

Lustig ist auch, dass man die Kollegen fragen muss, welche U-Bahn, wie, wo … usw. Also erst diese U-Bahn dann umsteigen, dann die andere U-Bahn,  2 Stationen noch und du bist da.

Da es damals ja keine Smartphones gab, habe ich analog mit einem Hosentaschen Stadtplan gearbeitet. Ja ich hab mich mal verlaufen. Aber was solls. Wenn ich 1x irgendwo war, ist das in meinem Hirn gespeichert. Auch heute noch.

Ungut allerdings die Stationen, die über keinen Aufzug oder eine Rolltreppe verfügten. Man musste seine Postkarre, die locker mit 70kg bepackt war, grazil die Treppen runter und rauf wuchten.

1x ist mir der Wagen die Treppe runter gepurzelt, und die ganze Post lag schön verteilt am Bahnsteig.

Und da ich den Bezirk nicht kannte, musste ich alles einsammeln, zurück zur Zustellbasis und alles neu Sortieren. Das ist mir kein zweites Mal passiert!

Der übelste Bezirk war das Bahnhofsviertel. Ich glaube, das ist heute nicht anders. Damals durfte man dort auch nur zu Zweit zustellen, wegen der Sicherheit. Man wusste nie was sich hinter einer Tür befand. Oft lagen im Eingangsbereich Junkies die noch die Nadel im Arm stecken hatten. Oder man musste in ein Freudenhaus, weil irgend eine Dame ein Einschreiben bekam. Die musste ich leider oft Benachrichtigen, denn Eigenhändig darf nur an die Person ausgeliefert werden, die Namentlich genannt ist. Und wie das so ist im Freudenhaus, war sie gerade beschäftigt. Oder schlafend.

Auch nett wenn einem täglich irgendwelche Penner hinterherlaufen, dich vollblubbern und einfach nicht gehen wollen.

Meine absoluten Highlights waren 2x die Büchermesse – freier Eintritt weil jaaa genau, man stellt ja auf der Büchermesse jedem Stand seine Post zu. Herrlich weil das Wetter mal keine Rolle spielt, und man sich intensiv, Tag für Tag neben der Zustellung noch die Stände anschauen kann. 🙂

Und dann war da noch der Bezirk, den ich fast 1 Jahr lang hatte. Der Kollege war erkrankt und keiner wusste, wann er wiederkommt. Gut für mich. War es doch der größte Bezirk aller Zeiten. Es waren genau 2 Straßen. Nach ein bis zwei Wochen hat man eigentlich bei jedem Bezirk den Dreh raus. Man erfährt wer wie die Post zugestellt haben möchte, z.B. der Geschäftsmann, der 2 Häuser weiter sein Privathaus hat und lieber dort die Post möchte. Oder welcher Schlüssel in welches Schloß passt. Ich hatte manchmal einen Schlüsselbund, da waren über 100 Schlüssel dran, und du stehst da und musst den EINEN finden. Da muss man doch auch mal was erfinden ey! Auch toll die Hochhäuser mit gefühlten 2000 Briefkästen und mindestens 4x den Namen Müller, Maier und Schmitt am Briefkasten haben, aber nie die Vornamen. Natürlich kommen da immer Beschwerden, weil man was falsch eingeworfen hat. Hellsehen kann ich, aber mit Namen hab ich’s nicht so 😉

Je länger du einen Bezirk hast, umso netter werden auch die Menschen. Denn sie erkennen dich wieder! Das ist ja heute auch zur Seltenheit geworden. Selbst hier auf dem Kaff wechselt täglich der Zusteller. Total bekloppt.

Jedenfalls hatte ich nach und nach nette Gespräche, bekam oft Kaffee und manchmal Kuchen angeboten, aber man hat ja nicht die Zeit, wobei…. man hätte sie sich nehmen sollen!

Wenn es neue Telefonbücher gab, haben mich viele Ältere Menschen gefragt, ob ich sie ihnen mitbringen kann. Hab ich natürlich gemacht. Meistens (auch in kleinen Bezirken) hat man Ablagestellen. Morgens packt man sich Säcke mit Post die nicht auf in die Zustellkarre passt. Ein Fahrer verteilt die dann in sämtlichen Bezirken. Meine waren in Geschäften. Und nur ich konnte sie öffnen, weil ein spezielles Schloß alles gesichert hat.

Der absolute Gau: ADAC Hefte, Telefonrechnungen und Weihnachtspost. Wenn man dann auch noch Telefonbücher hat… oh weh. Aber gut, was solls. Auch das kann man bewältigen.

Eine Frau in meinem Bezirk hat täglich auf mich gewartet. Ich schätze sie war über 70. Sie hatte mir ihr Alter auch mal gesagt, aber ich habe es vergessen. Ob sie Familie hatte, weiß ich auch nicht mehr. Dort jedenfalls wohnte sie alleine,und war einsam. So wie viele in der anonymen Großstadt. Mit der Zeit wusste sie auch die Uhrzeit, zu der ich bei ihr am Haus war um die Post einzuwerfen. Außer Rechnungen hin und wieder bekam sie nie Post.

Im Winter, als es einmal ziemlich kalt war, kam sie sogar raus, und hatte einen heißen Kakao für mich und einen warmen Schal. Nicht das ich krank werden würde. Sie hat sich sehr um mich gekümmert. Ich hatte zwischendurch auch 1x Urlaub und schickte ihr eine Karte aus dem Urlaub. Das hat sie wohl nie vergessen, denn sie sprach es immer wieder an. Ich fand sie hatte es verdient. Jeder verdient schöne Karten aus dem Urlaub. Schade, dass ich den Bezirk nicht für immer hatte. Aber so ist das. Man schließt Menschen ins Herz und vergisst sie nie wieder.

Jahre später bin ich durch den alten Bezirk gelaufen. Es hatte sich einiges verändert. Einige Häuser wurden abgerissen und durch neue, hässlichere Gebäude ersetzt. Und Ihr Name stand nicht mehr am Briefkasten. Ob sie gestorben war oder vielleicht in ein Altersheim umgezogen ist, das werde ich wohl nie erfahren. Der Juwelier wurde zwischenzeitlich 2x ausgeraubt, und mein Lieblings Buchladen hatte für immer geschlossen. Aber wenn ich jemals wieder in Frankfurt wohnen sollte, dann würde ich mir dort eine Wohnung suchen. Es ist immer noch eine der schönsten Ecken in dieser großen Stadt.

analog statt digital. Immer wieder schön 🙂

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An apple each day…

keeps the Doctor away. Maybe we should stop eating apples! That must be the solution!!!

A brief summary of the situation. My dad has been in Hospital for almost 2 weeks. Before that he was in Hospital for months. The Hospital always sends letters to the family doctor so he/she/it can continue their work.

On the 9th of February Dad returned home. I had to go to his Doctors office on monday as of new meds and to ask them for a house visit. Dad can’t walk t hat much yet, and the main problem are the stairs to the Doctors office. When you’re sick, let’s say with a Bronchitis, you’ll have trouble with those stairs too.

Anyways I went there and they said his Doc wasn’t in and well you knoooooooooooow the other has too much to do and it’s monday. Aha. I asked for prescriptions of the new meds. Ok pick em up by 4pm. Did I mention it was 8am? At 4pm I was back at the office and the prescriptions weren’t ready. YAY!-not-! Come back at 5pm. Which I did. And this time they were ready but wrong. Wrong pills. WTF. Yea…. *rolling-eyes-sound* …….. so I left the office at 5.30pm and got Dad’s meds at the pharmacy store.

This monday I called again and asked for a house visit. You need to know that Dad had a gastric tube that was removed a day before he was sent home. Somebody should take care of the wound, no?

They said doc would show up Tuesday around lunch time. In the morning we already had a visit of a social worker. She left at 11.30am and ever since we waited patiently for his Doc to show up. At 3.45pm I went upstairs to get us some food, Dad did’t want to eat lunch before Doc was there. But I was starving and so was he. Well 5mins later the phone rang, it was the Doc’s office. He had been there 5mins ago and we were not there! WHAT ? Wait wait wait what the what? yea sure!  And they blamed US!!! hello? are you crazy bitch? How can I not be home ? You just called the landline, in other words my telephone at home, the one with a big cable in the wall rings. Not my cell phone.

She then asked if Dad couldn’t come to their office. Again I said no, he can’t walk well and he won’t be able to climb all the stairs. Her fantastic Idea?: We could walk into the pharmacy store on the 1st floor and in a little chamber we could wait and Doc would come downstairs. HELLO? NO!!!!!!! WTF is wrong with you!!!???  So she had to ask Doc what do do and she would call back later. Ok.

10mins later she called and DAD answered the phone. She told him I should call back! WTFFFFFFFFFF Lady ……. you’re really not the brightest candle on the cake, YOU JUST TALED TO HIM, it’s his health… yes he can talk and yes you just talked to him. I had to call 5 times before I reached her again. And she said Doc couldn’t come later in pm nor Wednesday. Earliest Thursday. So I said then he has to come Thursday. Not that my dad was dizzy from the new pills or else….naaww we can wait foreve. All is well *ooommmmm*

Today I picked up another prescription and she said ……..Doc will show up tomorrow. No idea what time but his office times are from 8-11am and 6-8pm so maybe between 11am-6pm? Wonderful!

I will find a different Doc. I don’t trust this one anymore. But we needed the pills. He always diagnosed a Bronchitis when Dad was full of water. Naw it’s a bronchitis! Even when the lung specialist wrote in his letter and also told me , that he had water between rips and lungs. BRONCHITIS!

I hope for Kismet. That all comes back to him. One day. He won’t be young forever, that’s for sure.

I took pics of the stairs, so tell me if a man with 78, a rolling walker in the house, barely can manage to climb one stair, is able to go to Doc’s office on the 2nd floor. NOPE!